Blog

#13 - Agile Prinzipien – Leitlinien für erfolgreiche agile Teams

24.08.2021 – Blogbeitrag von Jakob
Die 12 agilen Prinzipien des agilen Manifests auf einzelnen gelben Post-its auf einem Whiteboard
Die agilen Prinzipien gehören zum agilen Mindset genau wie die agilen Werte, die wir schon in unserem vorherigen Beitrag behandelt haben.

Was sind Prinzipien?

Damit wir alle auf demselben Wissenslevel starten können und agile Prinzipien thematisieren, schlagen wir Prinzipien generell nach.

Der Duden liefert dabei drei unterschiedliche Ausführungen

1. Feste Regeln, die jemand zur Richtschnur seines Handelns macht, durch die er sich in seinem Denken und Handeln leiten lässt. Siehe auch: Grundsatz.

2. Eine allgemeingültige Regel oder Grundlage, auf der etwas aufgebaut ist.

3. Eine Gesetzmäßigkeit oder Idee, die einer Sache zugrunde liegt bzw. nach der sie wirkt. Oder auch: ein Schema, nach dem etwas aufgebaut ist oder abläuft.

Wir merken also schon: Prinzipien sind mit Regeln in gewisser Weise gleichzusetzen. Aber: Prinzipien sollen nicht nur einschränken, sondern eine Richtschur sein, von der man sich in seinem Denken und Handeln leiten und lenken lassen kann. Sie bieten also eine Orientierung; eine Haltung.

Was sind agile Prinzipien?

Übersetzt man das auf die agile Thematik, sind agile Prinzipien also die Leitlinie, an der sich ein Unternehmen orientiert, wenn es agil sein möchte.

Was sind die agilen Prinzipien?

Um die Frage zu klären, was die agilen Prinzipien sind, richten wir unseren Fokus wieder auf die Snowbird 17, die in ihrem agile Manifesto, dem agilen Manifest, genau 12 agile Prinzipien verfassten. Sicher beziehen sich viele dieser Prinzipien noch sehr stark auf die Softwareentwicklung, aber wir ordnen sie im Folgenden mal genereller ein:

Prinzip #1:

»Unsere höchste Priorität ist es, den Kunden durch frühe und kontinuierliche Auslieferung wertvoller Software zufrieden zu stellen.« Beck, K. et al. 2001

Stelle deine Kundschaft zufrieden. Mach sie glücklich. Mit Deiner Arbeit an ihrem Projekt.

Prinzip #2:

»Heiße Anforderungsänderungen selbst spät in der Entwicklung willkommen. Agile Prozesse nutzen Veränderungen zum Wettbewerbsvorteil des Kunden.« Beck, K. et al. 2001

Wenn wir eines aus Agilität bisher gelernt haben, dann: Veränderungen sind ganz natürlich. Sie kommen eben einfach. Aber sei darauf vorbereitet. Heiße sie sogar willkommen und nutze sie zum Vorteil Deiner Kunden und Kundinnen.

Prinzip #3:

»Liefere funktionierende Software regelmäßig innerhalb weniger Wochen oder Monate und bevorzuge dabei die kürzere Zeitspanne.« Beck, K. et al. 2001

Jeder Zwischenschritt deiner Arbeit sollte sicht- und spürbar sein. Welche kleinen Entwicklungsschritte passieren in deinem Prozess? Mache sie Dir und Deinen Kunden und Kundinnen bewusst. Benutze dabei möglichst schnelle Methoden, um frühzeitig Ergebnisse und Erfahrungen zu gewinnen.

Prinzip #4:

»Fachexperten und Entwickler müssen während des Projektes täglich zusammenarbeiten.« Beck, K. et al. 2001

Fördere eine bereichsübergreifende Zusammenarbeit. Lasse die einzelnen Bereiche und Abteilungen, die in Dein Projekt involviert sind, regelmäßig, am besten sogar täglich, zusammenarbeiten. So bringst Du alle, für das Gelingen des Projekts, relevanten Personen an einen Tisch und auf einen Nenner.

Prinzip #5:

»Errichte Projekte rund um motivierte Individuen. Gib ihnen das Umfeld und die Unterstützung, die sie benötigen und vertraue darauf, dass sie die Aufgabe erledigen.« Beck, K. et al. 2001

Wenig ist so wichtig in der Zusammenarbeit wie Unterstützung und Vertrauen. Deshalb unterstütze Deine Mitarbeitenden, wo es geht und wo sie es brauchen. Aber bring ihnen auch das Vertrauen gegenüber, wenn sie keine Unterstützung benötigen.

Prinzip #6:

»Die effizienteste und effektivste Methode, Informationen an und innerhalb eines Entwicklungsteams zu übermitteln, ist im Gespräch von Angesicht zu Angesicht.« Beck, K. et al. 2001

Medien und Formalien können ein direktes Gespräch zwischen zwei Menschen nicht ersetzen. Lass sie, wo immer möglich, nicht zwischen die zwischenmenschliche Kommunikation treten. So kommuniziert Dein Team effizient und effektiv.

Prinzip #7:

»Funktionierende Software ist das wichtigste Fortschrittsmaß.« Beck, K. et al. 2001

Dieses agile Prinzip nimmt Bezug auf Prinzip #3. Denn wenn Du regelmäßig deine einzelnen Fortschritte analysierst, kannst Du deinen Prozess besser einschätzen und optimieren.

Prinzip #8:

»Agile Prozesse fördern nachhaltige Entwicklung. Die Auftraggeber, Entwickler und Benutzer sollten ein gleichmäßiges Tempo auf unbegrenzte Zeit halten können.« Beck, K. et al. 2001

Ein gleichmäßiges Tempo im gesamten Prozess zu halten ist sehr wichtig. Denn nur wenn das gewährleistet ist, kann das Team auf Dauer mit derselben Qualität die Arbeit angehen. Es bringt nichts, montags bis tief in die Nacht Überstunden zu machen, wenn man dienstags dann wegen Übermüdung nichts erreichen kann.

Prinzip #9:

»Ständiges Augenmerk auf technische Exzellenz und gutes Design fördert Agilität.« Beck, K. et al. 2001

Orientiere Dich am technischen Stand der Zeit. Das kann wirklich jede Branche betreffen. Deine Arbeit darf Spaß machen. Deine Arbeit darf gut aussehen, denn was gut aussieht macht mehr Spaß und wird mehr genutzt. Können Dir technische Hilfsmittel dabei unter die Arme greifen? Dann nutze sie. Aber lass sie weg, wenn sie Dir nur im Weg stehen.

Prinzip #10:

»Einfachheit – die Kunst, die Menge nicht getaner Arbeit zu maximieren – ist essenziell.« Beck, K. et al. 2001

Denke nicht zu verkopft. Diskutiere in Meetings nicht die Umsetzung von Veränderungen. Mache sie. Denn Zeit, die Du zum Diskutieren brauchst, ist verschwendete Zeit – mal der Anzahl der Personen, die im Meeting sitzen. Die Kunst, die Menge nicht getaner Arbeit zu maximieren – ist eben eine Kunst. Eigne sie Dir an. Lerne sie. Beherrsche sie.

Prinzip #11:

»Die besten Architekturen, Anforderungen und Entwürfe entstehen durch selbstorganisierte Teams.« Beck, K. et al. 2001

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Das mag vielleicht in der Kindererziehung am Süßigkeitenschrank gelten, aber nicht bei der agilen Arbeit. Vertrau Deinen Teams und lass sie sich selbst organisieren. Das mag vielleicht im ersten Moment eine Überwindung sein, aber Vertrauen schafft Motivation. Und Motivation sticht.

Prinzip #12:

»In regelmäßigen Abständen reflektiert das Team, wie es effektiver werden kann und passt sein Verhalten entsprechend an.« Beck, K. et al. 2001

Selbstreflektion ist für Agilität von enormer Bedeutung. Denn nur wenn der angestrebte Kurs regelmäßig betrachtet und angepasst wird, wartet der Erfolg im Ziel. Dieser Grundsatz zieht sich durch alle Ebenen des agilen Arbeitens. So erreichst Du Effektivität. Und an der Effektivität wird der Grad Deiner Wirksamkeit gemessen.

Was bringen agile Prinzipien?

Ein grundlegendes Verständnis der agilen Prinzipien ist für die Agilität in Unternehmen der Schlüssel zum Erfolg. Dabei ist es wichtig, dass sie von allen Ebenen akzeptiert und angewendet werden. Vorgegeben werden sollten sie aber von der Unternehmensleitung.

Ihre Auslegung erlaubt dabei keinen großen Spielraum, anders als bei den agilen Werten zum Beispiel. Wir sind aber der Meinung, dass ein Ausbrechen aus Regeln und Grundsätzen, die Prinzipien ja nun mal sind, in bestimmten Fällen die richtige Entscheidung sein kann.

Ihre Anwendung finden die agilen Prinzipien in den verwendeten Praktiken und Methoden, deren Spielraum um einiges größer ist. Für welche agilen Tools man sich entscheidet, kann von Projekt zu Projekt völlig unterschiedlich sein. Festgelegte Prinzipien sind größer und projektübergreifend.

Starte Deine innere Rakete!
Melde Dich bei uns, wenn Du Fragen hast!

#12 - Agile Werte – Die Grundlage für ein agiles Mindset
#11 - Das agile Manifest

Neues aus dem Raketen-Forschungszentrum

Du willst immer die heißesten Neuigkeiten aus unserem Raketen-Forschungszentrum erhalten?
Dann melde Dich hier gleich zu unserem Newsletter an.

Kontaktdaten

Seestraße 10
71638 Ludwigsburg
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Weitere Raketengeheimnisse erkunden: